Was ist Slippage? Warum entsteht die Differenz zwischen Kauf und Verkauf?

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Worin unterscheiden sich Slippage und Spread? Und wie lässt sich Slippage am Kryptomarkt vermeiden?

Was ist Slippage? Warum entsteht die Differenz zwischen Kauf und Verkauf?

Der Spread ist der Abstand zwischen dem höchsten Geldkurs und dem niedrigsten Briefkurs im Orderbuch eines Assets.

An traditionellen Märkten entsteht dieser Spread meist durch Market Maker oder vermittelnde Liquiditätsanbieter. An den Kryptomärkten ergibt er sich aus der Differenz zwischen den Limit-Orders von Käufern und Verkäufern.

Wenn Sie ein Asset sofort zum Marktpreis kaufen wollen, müssen Sie es zum niedrigsten Briefkurs nehmen, den ein Verkäufer stellt. Wollen Sie sofort verkaufen, müssen Sie zum höchsten Geldkurs abgeben.

In aktiven Märkten ist diese Differenz gering. Weil das Volumen im Orderbuch hoch ist, bewegen einzelne Käufer und Verkäufer den Kurs kaum. Ist der Spread größer, führt die Ausführung großvolumiger Orders zu Kursschwankungen.

Was ist Slippage?

Die Differenz zwischen dem ursprünglich erwarteten Preis und dem tatsächlichen Ausführungspreis nennt man Slippage.

Slippage sind die Kursbewegungen zwischen dem Moment, in dem die Order in den Markt geht, und dem Moment ihrer Ausführung. Anleger müssen sich deshalb mit einem anderen Preis abfinden, als sie ihn eigentlich wollten.

Slippage kann an allen Märkten auftreten, an den Kryptomärkten – besonders an dezentralen – jedoch häufiger und deutlich stärker, weil die Kurse dort stark schwanken.

Hinzu kommt: Geringes Volumen und dünne Liquidität erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Slippage zusätzlich.

Ein Beispiel: Sie möchten eine Kauforder über mehr als 100 US-Dollar platzieren, aber dem Markt fehlt die Liquidität, um diese Order zum gewünschten Preis auszuführen. Also müssen Sie Orders oberhalb von 100 US-Dollar annehmen, bis Ihre Order vollständig gefüllt ist. Der Durchschnittspreis Ihrer Käufe liegt am Ende über hundert Dollar – und genau das nennen wir Slippage.

Wenn Sie also eine Market-Order erteilen, gleicht die Börse Ihren Kauf oder Verkauf automatisch mit den Limit-Orders im Orderbuch ab. Das Orderbuch bedient Sie zum bestmöglichen Preis; reicht das Volumen auf Ihrem Wunschniveau aber nicht aus, arbeiten Sie sich Stufe für Stufe nach oben. Am Ende können unerwartete Preise herauskommen.

Gutartige und bösartige Slippage

Es gibt zwei Arten von Slippage: positive und negative. Liegt der Ausführungspreis unter dem Preis der Kauforder, spricht man von positiver Slippage – der Anleger kauft günstiger als erwartet.

Liegt der realisierte Preis über dem Preis der Kauforder, handelt es sich um negative Slippage, denn sie trifft den Anleger nachteilig. Bei Verkaufsorders gilt das Umgekehrte.

Zu viel Slippage kann Vieltradern erheblich schaden. Ganz ausschalten lässt sie sich nicht, doch wer sie reduzieren will, greift statt zu Market-Orders lieber zu Limit-Orders.

Manche Börsen erlauben es, eine Toleranzschwelle zu setzen, um die Slippage zu begrenzen. Wird diese Toleranz allerdings sehr niedrig gehalten (üblich sind 0,1 % bis 5 %), kann es passieren, dass die Order gar nicht ausgeführt wird und eine große Chance verstreicht. Für unerfahrene Anleger wird Slippage schnell zum Albtraum. Deshalb ist es wichtig, die Kursschwankungen sowohl von Kryptowährungen als auch am Aktienmarkt zu verstehen.

Hier ein paar Tipps, um die Slippage zu minimieren:

Nutzen Sie Limit-Orders. Damit bekommen Sie den gewünschten Preis oder sogar einen besseren. Sie opfern zwar Ausführungsgeschwindigkeit, sind negative Slippage aber los.

Zerlegen Sie große Orders in kleine Teile. Behalten Sie das Orderbuch im Blick und platzieren Sie möglichst keine Orders, die größer sind als das aktuell verfügbare Volumen.

Bei illiquiden Assets erzeugt schon eine einzige Transaktion ein wenig Slippage. Führen Sie jedoch sehr viele kleine Transaktionen aus, wirkt sich das auf den Preis Ihrer Trades aus.

Achten Sie auf die Transaktionsgebühren dezentraler Börsen. Manche Netzwerke senken die Slippage, andere verlangen Gebühren, die Ihren Gewinn komplett auffressen können.

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