Was ist Ihr Lieblings-Momentum-Oszillator? Eine schwierige Frage, ohne Zweifel. Doch einer ist seit seiner Einführung durch J. Welles Wilder Jr. im Jahr 1978 der Favorit der meisten Day- und Swingtrader: der Relative Strength Index (RSI). Der RSI gehört zu den am einfachsten zu lesenden Indikatoren, aber ihn wirklich zu handeln erfordert mehr Verständnis als die überkauft/überverkauft-Signale, die auf dem Chart erscheinen. Genau darum geht es in diesem Beitrag.
Was ist der RSI (Relative Strength Index)?
Der Relative Strength Index ist ein Momentum-Oszillator, der Tempo und Richtung der Kursbewegung misst. Der RSI schwankt zwischen 0 und 100: Werte unter 30 deuten auf einen überverkauften Zustand hin, Werte über 70 auf einen überkauften. Vereinfacht gesagt gilt ein Vermögenswert als überkauft, wenn er über seinem "wahren" Preis notiert, und als überverkauft, wenn er darunter gehandelt wird. Intuitiv wirkt das wie ein Fall von "zu teuer und zu billig". Vergleichbar ist das mit der Marktkapitalisierung eines Unternehmens, gemessen an den 52-Wochen-Hochs und -Tiefs — nur verfolgt der RSI die Kursschwankungen über deutlich kürzere Zeiträume.
Der RSI besteht aus drei einfachen Bestandteilen:

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Vertikale Prozentskala: Sie zeigt überverkaufte und überkaufte Zustände in einer Spanne von 0 bis 100 %. -
Die RSI-Linie misst Tempo und Richtung der Kursbewegung zwischen überverkauften und überkauften Niveaus. -
Mittellinie: Sie teilt die Prozentskala; oberhalb der Linie herrschen bullische, unterhalb bärische Bedingungen. Die Linie liegt bei 50 %.
In steigenden Märkten hält sich der RSI meist im Bereich 4090, wobei die Mittellinie als RSI-Unterstützung wirkt. Im Bärenmarkt bewegt er sich zwischen 1060, und die Mittellinie fungiert als Widerstand. Diese Bandbreiten verschieben sich leicht, je nach Einstellung des Indikators und Marktmomentum.
Über eine Periode von 14 Tagen bildet die RSI-Linie den Durchschnitt der Anzahl der Aufwärtstage geteilt durch die Anzahl der Abwärtstage ab. Für die Abwärtstage wird der Kehrwert berechnet. Die 14-Tage-Periode ist die Standardeinstellung des RSI und lässt sich je nach gehandeltem Zeitrahmen für mehr oder weniger Sensibilität anpassen. Das Verlängern der Periodendauer nennt man Glättung; sie verleiht der RSI-Linie mehr Stabilität. Deshalb greifen manche Trader in kleinen Zeiteinheiten zu einer längeren Periode, um heftige Ausschläge im RSI zu dämpfen und eine "glattere" Oszillationslinie zu erhalten.
Den RSI handeln
Divergenz ist die am häufigsten gehandelte Technik am RSI — bei Aktien wie bei anderen Vermögenswerten. Eine RSI-Divergenz entsteht, wenn der Kurs eines Wertes dem RSI widerspricht, was auf eine mögliche Trendumkehr hindeutet. Der Relative Strength Index ist eine wichtige Ergänzung im Werkzeugkasten jedes Traders, weil er Trendwenden erkennen kann, bevor sie eintreten.
Bullische (positive) Divergenz: Sie tritt auf (siehe unten), wenn der RSI aus einer überverkauften Lage oberhalb der 30-%-Marke höhere Tiefs ausbildet, während der Kurs im Chart weiterhin tiefere Tiefs markiert. Das ist ein Hinweis darauf, dass das Verkaufsmomentum nachlässt und ein Long-Einstieg möglich wird.

Bärische (negative) Divergenz: Sie tritt auf (siehe unten), wenn der RSI aus der überkauften Zone unterhalb der 70-%-Linie ein tieferes Hoch ausbildet, während der Kurs weiter höhere Hochs erzielt. Das zeigt, dass die Käufe an Kraft verlieren, und deutet auf einen möglichen Short-Einstieg hin.

RSI Swing Rejections
Swing Rejections blenden das Kursgeschehen vollständig aus und betrachten für Ein- und Ausstiege ausschließlich die Schwingung des RSI — für manche Trader eine schwer zu akzeptierende Vorstellung. Der Ansatz ähnelt der Zurückweisung an Unterstützungen und Widerständen, arbeitet hier aber mit den Zonen überverkauft (30 %) und überkauft (70 %). Unter bestimmten Bedingungen ergeben sich daraus mögliche Einstiege.
Eine bullische Swing Rejection entsteht, wenn die RSI-Linie aus einer überverkauften Lage die 30-%-Marke zurückerobert, zurücksetzt, um diese Marke als Unterstützung zu testen, und dann von ihr abprallt und so ein höheres Tief bildet als das vorherige Hoch nach dem Ausbruch aus der Zone. Unter diesen Bedingungen ergibt sich ein möglicher Long-Trade (Kauf).

Eine bärische Swing Rejection (siehe unten) entsteht, wenn die RSI-Linie unter die 70-%-Marke (überkauft) fällt und dabei ein neues Swing-Tief bildet. Der Kurs versucht, die 70-%-Marke zurückzuerobern, wird aber an dem durch den Einbruch entstandenen Swing-Tief abgewiesen — der Abwärtstrend setzt sich fort. Unter diesen Bedingungen ergibt sich ein möglicher Short-Trade (Verkauf).

Da der RSI (wie viele andere) ein nachlaufender Indikator ist, sollte man diese Handelsansätze im Einklang mit dem übergeordneten Markttrend einsetzen. Wir raten deshalb davon ab, in einem Aufwärtstrend auf eine bärische Swing Rejection zu handeln — und umgekehrt. Denken Sie daran: "Der Trend ist IMMER dein Freund."
Hinzu kommt, dass ein Vermögenswert sehr lange im überverkauften oder überkauften Bereich verharren kann, was Fehlsignale in beide Richtungen produziert und ein Konto zermürbt. Wir empfehlen deshalb dringend, den Relative Strength Index zusammen mit anderen Indikatoren und Candlestick-Formationen zu nutzen, um einen Trade zu bestätigen, bevor Sie abdrücken.
Fazit
Der Grundsatz "man kauft nicht am Hoch und verkauft nicht am Tief" wird im Kryptomarkt häufig missverstanden. Der RSI hilft Ihnen dabei, an der bestmöglichen Stelle zu handeln. Hafizebot arbeitet mit künstlicher Intelligenz und bezieht den RSI in seine Entscheidungen ein. Als Autotrading-Lösung sorgt Hafizebot damit für die schnellste Ausführung — integriert mit Ihrem Binance-Global-Konto.
