Wie erklärt man Kindern Bitcoin?

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Die Erfindung des Papiergelds

Vor Tausenden von Jahren tauschten die Menschen Waren, um an das zu kommen, was sie brauchten. Wer Fleisch haben wollte, musste demjenigen, der sein Fleisch gegen etwas anderes eintauschen wollte, einen Teil seines Besitzes geben. Über diese Jahrtausende hinweg wurden vor allem Vieh und Getreide gegen andere Güter getauscht. So begann man, sie wie Geld zu benutzen.

Auf diese Weise konnten die Menschen alles Verfügbare kaufen, indem sie Getreide oder Vieh hergaben. Der Tauschhandel war ein direktes Geschäft zwischen zwei Personen – genau wie Kinder, die ihre Spielsachen tauschen.

Mit der Zeit tauchten beim Tauschen die ersten Probleme auf. Ein Freund hatte dir zum Beispiel versprochen, dir für dein Spielzeugauto seine Legosteine zu geben, und hat es dann doch nicht getan. In alter Zeit wandte man sich bei solchen Problemen meist an eine weise Person, an einen Vermittler. Diese weise Person – sagen wir, deine Lehrerin – sorgt dafür, dass dein Freund sein Wort hält. Über Jahrtausende hinweg wurden aus diesen weisen Personen, die frühere Gesellschaften bei solchen Streitigkeiten um Rat fragten (in unserem Fall die Lehrerin), das, was wir heute Banken nennen.

Die Banken entwickelten das Konzept des "Papiergelds". Die Menschen mussten nun nichts anderes mehr besitzen als Papiergeld, um es gegen Waren oder Dienstleistungen einzutauschen. Damit konnten sie alles kaufen, was sie wollten. Sie verdienten dieses Geld, indem sie arbeiteten, indem sie Dinge wie Spielzeug herstellten und verkauften, oder indem sie sich Geld liehen. So trat Papier an die Stelle der echten Waren und stand stellvertretend für sie. Wenn du dir einen Geldschein genauer ansiehst, entdeckst du darauf die Unterschriften genau jener weisen Personen, von denen wir eben gesprochen haben.

So wie du deiner Mama oder deinem Papa vertraust, wenn sie dir ein neues Spielzeug versprechen, beruht das gesamte Geldsystem auf "Vertrauen". Ohne das Vertrauen der Menschen zueinander ist Geld nur ein Stück Papier. Und was ist aus den weisen Vermittlern geworden, die für Einigung sorgten? Sie sind heute die Banken, die dafür sorgen, dass die Menschen ihre Zahlungsversprechen einlösen.

Die Digitalisierung des Papiergelds

Das Papiergeld, das lebende Tiere und Getreide beim Tauschen ersetzte, war eigentlich schon der erste Schritt zur Digitalisierung. Die Videos, die du heute auf YouTube schaust, wurden früher auf Kassetten gespeichert. So eine Kassette war ein physisches Gerät mit Magnetbändern darin. Das Video war genau dort. Heute ist der ganze Vorgang digital: Du kannst ein Video anschauen, ohne überhaupt zu wissen, wo die Aufnahme liegt. Beim Geld ist es genauso. Das Geld der Familie liegt sicher auf dem Bankkonto, ohne dass deine Eltern es je zu Gesicht bekommen. Sie müssen nicht ihr ganzes Geld in der Tasche mit sich herumtragen, um etwas zu kaufen.

Die Banken haben das Papiergeld digitalisiert und einen Weg geschaffen, es über das Internet zu verwalten. Genau wie beim Zeichentrickfilm im Netz kannst du dein Geld online steuern. Das Geld ist physisch nicht vorhanden, und es von einem Computer zum anderen zu bewegen ist viel einfacher als mit den alten Methoden.

Bitcoin

Weißt du noch, was deine Eltern vor dem Urlaub gemacht haben? Sie haben alle Türen fest abgeschlossen, damit das Haus sicher ist, während ihr weg seid. Auf Computern sorgen wir auf ganz ähnliche Weise für Sicherheit: Wir verwenden Passwörter, die wie Schlösser funktionieren. Mit Computern lassen sich komplexe Verschlüsselungsschlüssel erzeugen, die sehr starken Schlössern gleichen. Wenn eine böswillige Person an diese Schlüssel gelangt – sie ähneln unseren Haustürschlüsseln –, hat sie damit auch unser Geld.

Verschlüsselung steht im Zentrum der Technologie hinter Bitcoin. Dank starker Verschlüsselung können wir sicher sein, dass nur wir selbst die Schlüssel zu unseren Bitcoins besitzen.

Die Bitcoin-Software ordnet dir jede Einheit zu, deren Schlüssel du besitzt, und macht sie damit zu deiner. Alle Transaktionen werden an die Kette der Transaktionen angehängt, von Hunderten Validatoren geprüft und in das Bitcoin-Register eingetragen – genauso wie damals, wenn du ein Spielzeug kaufst und dafür Bitcoin gibst. Diese verteilte und dezentrale Registertechnologie nennen wir "Blockchain". Und Bitcoin ist eine Anwendung dieser erstaunlichen Technologie.

Bitcoin ist eine Technologie, die kein Vertrauen zwischen Menschen voraussetzt. Du brauchst also beim Bezahlen mit Bitcoin keine "weise Person" mehr, die den Streit mit deinem wortbrüchigen Freund schlichtet. Außerdem liegt das Bitcoin-Register bei Nutzern, die "Miner" genannt werden und über die ganze Welt verstreut sind. Jeder Miner hat exakt dasselbe Register wie alle anderen. Selbst wenn böswillige Leute also versuchen, Einträge in einem Register zu verändern, kommen sie an die anderen Register nicht heran. So lassen sich die Einträge jederzeit zuverlässig überprüfen.

Um mit Bitcoin zu bezahlen, brauchst du:

  • Eine Bitcoin-Wallet: Es gibt viele Wallet-Lösungen, in denen deine Bitcoins sicher aufgehoben sind. Du kannst deine Bitcoin-Schlüssel sicher auf Papier, auf dem Handy oder auf dem Computer aufbewahren.

  • Bitcoin: Du musst Bitcoin besitzen, um damit tauschen zu können.

  • Einen Käufer, der dich bezahlt: Egal was du benutzt, dieser Teil der Wirtschaft ändert sich nie – du brauchst jemanden, der bereit ist, dir etwas abzukaufen.

  • Einen Verkäufer, der etwas gegen Bitcoin verkauft: Wenn du mit deinen Bitcoins etwas kaufen willst, brauchst du auch einen Verkäufer, der Bitcoin akzeptiert.

  • Eine Internetverbindung: Deine Transaktion muss bei den über die Welt verstreuten Minern ankommen.

Wenn du mit deinen Bitcoins bei einem Freund einkaufen willst, kannst du sie direkt von deiner eigenen Wallet in seine Wallet schicken – ganz ohne Vermittler wie eine Bank.

Bitcoin-Mining:

Beim Mining übernehmen Nutzer die Arbeit, deren Geräte an keine Zentrale angeschlossen und über viele verschiedene Orte verteilt sind. Wer genügend Rechenleistung hat, kann Bitcoin-Miner werden. Mining steht allen offen, und es gibt weltweit sehr viele Miner.

Dass das Netzwerk für alle offen ist, sorgt für Transparenz und Verlässlichkeit der Transaktionen. Das Bitcoin-Netzwerk und die Technologie dahinter gehören keiner Institution. Die Miner treten gegeneinander an, um eine komplexe mathematische Aufgabe zu lösen. Die Informationen über die Überweisungen, die Nutzer untereinander vornehmen, werden über das Bitcoin-Netzwerk an die Miner übertragen. Die Miner fassen diese Transaktionen zu einem Block zusammen. Anschließend arbeiten alle Miner daran, diesen Block zu verifizieren. Der Miner, der die Aufgabe als Erster löst, hängt ein neues Kettenglied an die Blockchain und erhält das Recht, die dabei erzeugten Bitcoins als Belohnung zu bekommen.

Wie komme ich an Bitcoin?

Es gibt mehrere Wege, Bitcoin zu besitzen. Die naheliegendsten sind:

  • Du kannst Bitcoin-Miner werden und selbst Bitcoin erzeugen: Dafür brauchst du ausreichend Rechenleistung, und die kostet erst einmal Geld.

  • Du kannst Dinge gegen Bitcoin verkaufen: Auf deiner eigenen Website kannst du Produkte gegen Bitcoin anbieten und so Bitcoin einnehmen.

  • Du kannst dein Gehalt in Bitcoin bekommen: Wenn du groß bist und anfängst zu arbeiten, kannst du darum bitten, in Bitcoin bezahlt zu werden!

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