Mining ist im Kern das System, in dem Miner mit Kryptowährung belohnt werden, weil sie der Blockchain neue Blöcke hinzufügen. Selfish Mining beschreibt dagegen eine bösartige Strategie, die Miner entwickelt haben, um ihren Gewinn zu steigern. Selfish Miner halten die Blöcke, die sie zur Blockchain beisteuern, zurück und versuchen, diesen geheimen Zweig über eine Abspaltung weiter zu verlängern.
Selfish Mining bezeichnet also die Strategie, durch das Verbergen selbst geschürfter Blöcke Profit zu machen. Wer so vorgeht, wird als Selfish Miner bezeichnet. Ziel ist es, mehr Bitcoin zu verdienen, indem ehrliche Miner dazu gebracht werden, auf der falschen Blockchain zu schürfen.
Wie läuft Selfish Mining ab?
Selfish Miner veröffentlichen die Blöcke, die sie der Blockchain hinzufügen, nicht sofort, sondern behalten sie für sich. Dadurch entsteht eine Verzweigung der Blockchain. Diese Verzweigung kann andere Miner in die Irre führen, sodass sie auf der falschen Kette schürfen. Wer auf der falschen Blockchain arbeitet, verschwendet Energie und Ressourcen.
Genau hier entsteht der unfaire Vorteil: Die Selfish Miner profitieren davon, dass ehrliche Miner auf der falschen Kette arbeiten. Mit der zurückgehaltenen Blockchain wollen sie durch die Arbeit der anderen mehr Bitcoin verdienen. Und weil die Energiekosten im Vergleich zum normalen Betrieb sinken, entsteht auch in dieser Hinsicht ein Gewinn.
Ist Selfish Mining ein Problem für Bitcoin?
Selfish Mining birgt das Risiko einer Zentralisierung des Minings – und die steht im krassen Widerspruch zur Philosophie von Bitcoin. Dass Selfish Mining Bitcoin tatsächlich bedroht, erscheint dennoch unrealistisch. Es gibt Gegenmaßnahmen, und zu diesem Thema wurden bereits mehrere Theorien vorgelegt.
Eine davon ist Freshness Preferred, das Ethan Heilman 2014 vorgeschlagen hat. Der Freshness-Preferred-Mechanismus ist ein Abwehrverfahren, das Selfish Miner bestraft: Die von ihnen erzeugten verborgenen Blöcke werden blockiert, und die Miner werden sanktioniert.
Eine weitere Theorie legte Jake Gober 2018 vor. Er zeigte, dass Selfish Mining nicht profitabler ist als ehrliches Mining. Wäre es lukrativer, so Gober, würden alle selfish minen – und gerade das würde die Rentabilität senken, weil zwischen den Gruppen von Selfish Minern ein Wettrennen entstünde.
