10 Daytrading-Tipps für Anfänger

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Als Daytrading bezeichnet man den Kauf und Verkauf eines Finanzinstruments am selben Tag — mitunter sogar mehrmals im Laufe des Tages. Richtig gemacht, kann das Ausnutzen kleiner Kursbewegungen ein profitables Spiel sein. Für Einsteiger und alle, die ohne durchdachten Plan handeln, ist es jedoch riskant.

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Im Folgenden stellen wir zehn Daytrading-Methoden für Einsteiger vor. Anschließend geht es um grundlegende Charts und Muster, um den richtigen Zeitpunkt für Kauf und Verkauf und darum, wie Sie Verluste begrenzen.

1. Wissen ist Macht

Daytrader müssen nicht nur die Methoden des Daytradings beherrschen, sondern auch über die aktuellen Börsennachrichten und Ereignisse auf dem Laufenden sein, die Aktienkurse bewegen. Dazu gehören Ankündigungen zu Frühindikatoren, die Zinspläne der US-Notenbank Fed sowie sonstige Wirtschafts-, Unternehmens- und Finanznachrichten.

Machen Sie also Ihre Hausaufgaben. Erstellen Sie eine Liste der Aktien, die Sie handeln möchten. Bleiben Sie über die ausgewählten Unternehmen, deren Aktien und die Märkte insgesamt informiert. Verfolgen Sie die Wirtschaftsnachrichten und legen Sie sich Lesezeichen für seriöse Nachrichtenseiten an.

2. Kapital beiseitelegen

Legen Sie fest, wie viel Kapital Sie pro Trade riskieren wollen — und halten Sie sich daran. Viele erfolgreiche Daytrader riskieren pro Trade 1 % bis 2 % ihres Kontostands oder weniger. Bei einem Handelskonto von 40.000 $ und einer Risikobereitschaft von 0,5 % des Kapitals pro Transaktion beträgt Ihr maximaler Verlust pro Trade 200 $ (0,5 % × 40.000 $).

Legen Sie einen Kapitalüberschuss beiseite, mit dem Sie handeln können und dessen Verlust Sie verschmerzen könnten.

3. Zeit einplanen

Daytrading verlangt Ihre Zeit und Ihre Aufmerksamkeit. Tatsächlich werden Sie den Großteil Ihres Tages dafür opfern müssen. Wenn Sie nur wenig Zeit haben, denken Sie gar nicht erst darüber nach.

Wer Daytrading betreibt, muss die Märkte beobachten und nach Gelegenheiten Ausschau halten, die sich während der Handelszeiten jederzeit ergeben können. Es gilt, schnell und mit wachem Blick zu handeln.

4. Klein anfangen

Beschränken Sie sich als Neuling auf höchstens ein bis zwei Aktien gleichzeitig. Mit weniger Werten lassen sich Gelegenheiten leichter verfolgen und erkennen. In letzter Zeit wird zudem der Handel mit Aktienbruchteilen immer beliebter. Damit können Sie auch kleinere Beträge investieren.

Viele Broker erlauben es daher inzwischen, einen Aktienbruchteil schon ab 25 $ zu kaufen — weniger als 1 % einer ganzen Amazon-Aktie, wenn diese gerade bei 3.400 $ notiert.

5. Finger weg von Penny Stocks

Sie sind sicher auf der Suche nach Schnäppchen und niedrigen Preisen — meiden Sie dennoch Penny Stocks. Diese Aktien sind häufig illiquide, und die Chance, mit ihnen den großen Wurf zu landen, ist meist gering.

Viele Aktien, die unter 5 $ pro Stück notieren, werden von den großen Börsen vom Kurszettel genommen und lassen sich nur noch außerbörslich (OTC) handeln. Lassen Sie die Finger davon, es sei denn, es bietet sich eine echte Chance und Sie haben gründlich recherchiert.

6. Trades richtig timen

Die vielen Orders von Tradern und Investoren, die gleich bei Marktöffnung am Morgen ausgeführt werden, sorgen für Kursschwankungen. Ein erfahrener Akteur kann zur Eröffnung womöglich Muster erkennen und seine Orders gewinnbringend timen. Für Neulinge ist es jedoch oft besser, den Markt in den ersten 15 bis 20 Minuten erst einmal zu beobachten, bevor sie aktiv werden.

Die Tagesmitte verläuft üblicherweise ruhiger. Gegen Handelsschluss nimmt die Aktivität dann wieder zu. In den Stoßzeiten gibt es zwar Gelegenheiten, doch Anfänger fahren zunächst sicherer, wenn sie diese Phasen meiden.

7. Verluste mit Limit-Orders begrenzen

Überlegen Sie sich, mit welchen Ordertypen Sie Trades platzieren und ausführen wollen. Werden Sie Limit-Orders oder Market-Orders nutzen? Eine Market-Order wird ohne Preisgarantie zum jeweils besten aktuellen Kurs ausgeführt. Sie ist praktisch, wenn Ihnen der genaue Ausführungskurs egal ist und Sie einfach nur in den Markt hinein- oder aus ihm herauswollen.

Bei einer Limit-Order ist dagegen der Preis garantiert, nicht aber die Ausführung. Weil Sie selbst festlegen, zu welchem Kurs Ihre Order ausgeführt werden soll, können Sie mit Limit-Orders präziser und selbstbewusster handeln. Bei Gegenbewegungen helfen Ihnen Limit-Orders, den Verlust zu begrenzen. Erreicht der Markt Ihren Kurs jedoch nicht, wird Ihre Order nicht ausgeführt und Sie behalten Ihre Position.

8. Konsequent auf den Profit achten

Eine Strategie muss nicht jedes Mal aufgehen, um profitabel zu sein. Selbst erfolgreiche Trader gewinnen wahrscheinlich nur 50 % bis 60 % ihrer Trades. Sie verdienen mit ihren Gewinnern allerdings mehr, als sie mit ihren Verlierern einbüßen. Stellen Sie sicher, dass das finanzielle Risiko jedes einzelnen Trades auf einen vorab festgelegten Anteil Ihres Kontos begrenzt ist und dass Ein- und Ausstiegsstrategie klar definiert sind.

9. Ruhe bewahren

Die Börse kann einen mitunter nervös machen. Als Daytrader müssen Sie lernen, Gier, Hoffnung und Angst im Zaum zu halten. Entscheidungen sollten auf Verstand beruhen, nicht auf Gefühlen.

10. An der Strategie festhalten

Erfolgreiche Trader müssen zwar schnell handeln, aber nicht schnell denken. Warum? Weil sie die Disziplin haben, sich an ihren Handelsplan zu halten, und eine im Voraus festgelegte Strategie verfolgen. Statt Gewinnen hinterherzujagen, kommt es darauf an, konsequent bei Ihrem Rezept zu bleiben. Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Gefühle die Oberhand gewinnen und Sie Ihre Taktik über den Haufen werfen. Denken Sie an das Credo der Daytrader: „Plane deinen Trade und trade deinen Plan."

Was macht Daytrading so schwierig?

Daytrading erfordert viel Erfahrung und Wissen, und einige Faktoren können es zusätzlich erschweren.

Machen Sie sich zunächst bewusst, dass Sie gegen Profis antreten. Diese Leute haben Zugang zu modernster Technik und besten Kontakten in der Branche. Damit sind sie in der Position, am Ende erfolgreich zu sein. Wer einfach auf den fahrenden Zug aufspringt, beschert ihnen meist nur zusätzliche Gewinne.

Bedenken Sie außerdem, dass der Fiskus einen Teil Ihrer Erträge einfordern wird — egal, wie klein sie ausfallen. Denken Sie daran, dass auf kurzfristige Gewinne — also auf Anlagen, die Sie ein Jahr oder kürzer halten — Steuern zum Grenzsteuersatz fällig werden. Der kleine Trost: Ihre Verluste werden mit den Gewinnen verrechnet.

Hinzu kommt, dass Sie als unerfahrener Daytrader anfälliger für emotionale und psychologische Verzerrungen sind, die sich auf Ihr Trading auswirken — etwa wenn Ihr eigenes Geld auf dem Spiel steht und ein Trade gerade im Minus liegt. Erfahrene Profis mit entsprechenden Ressourcen können diese Hürden in der Regel überwinden.

Entscheiden, was und wann man kauft

Was kaufen?

Daytrader versuchen, von kleinen Kursbewegungen einzelner Anlagewerte zu profitieren — Aktien, Währungen, Futures und Optionen. Dazu setzen sie häufig erhebliches Kapital als Hebel ein. Ein typischer Daytrader prüft drei Faktoren, bevor er etwas kauft, zum Beispiel eine Aktie:

Liquidität. Ein liquides Wertpapier lässt sich schnell und im Idealfall gewinnbringend kaufen und verkaufen. Liquidität bedeutet geringe Slippage und enge Spreads — also eine kleine Differenz zwischen Geld- und Briefkurs einer Aktie beziehungsweise zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungskurs.

Volatilität. Sie misst die tägliche Kursspanne — genau das Terrain, auf dem Daytrader arbeiten. Höhere Volatilität bedeutet größere Chancen auf Gewinn, aber auch auf Verlust.

Handelsvolumen. Es misst, wie oft eine Aktie in einem bestimmten Zeitraum gekauft und verkauft wird. Üblicherweise spricht man vom durchschnittlichen Tagesvolumen. Ein hohes Volumen zeigt großes Interesse an einer Aktie. Ein sprunghafter Anstieg des Volumens kündigt häufig eine bevorstehende Kursbewegung an — nach oben oder nach unten.

Wann kaufen?

Sobald Sie die Aktien (oder anderen Anlagewerte) kennen, die Sie handeln möchten, müssen Sie Einstiegspunkte für Ihre Trades festlegen. Dabei helfen Ihnen folgende Werkzeuge:

Echtzeit-Nachrichtendienste: Da Nachrichten Aktienkurse bewegen können, sollten Sie unbedingt Dienste abonnieren, die Sie bei potenziell marktbewegenden Meldungen benachrichtigen.

Elektronische Kommunikationsnetzwerke (ECNs) sind computergestützte Plattformen, die die besten Geld- und Briefkurse verschiedener Marktteilnehmer anzeigen und Orders automatisch zusammenführen und ausführen. Der Abodienst Level 2 gewährt unmittelbaren Zugriff auf das Nasdaq-Orderbuch. Darin finden sich die Kursstellungen der Market Maker für jedes Wertpapier, das an der Nasdaq oder am OTC Bulletin Board gelistet ist.

Zusammen vermitteln sie Ihnen ein Bild davon, wie Orders in Echtzeit ausgeführt werden.

Intraday-Kerzencharts: Kerzencharts machen die Kursbewegung auf einen Blick lesbar. Dazu später mehr.

Bestimmen und dokumentieren Sie die genauen Bedingungen, unter denen Sie eine Position eingehen. Eine Formulierung wie „bei steigenden Kursen kaufen" ist zu vage. Versuchen Sie es stattdessen mit etwas Konkretem und Überprüfbarem: etwa kaufen, wenn der Kurs im Zwei-Minuten-Chart innerhalb der ersten zwei Handelsstunden über die obere Trendlinie eines Dreiecksmusters ausbricht — vorausgesetzt, dem Dreieck ging ein Aufwärtstrend voraus (mindestens ein höheres Hoch und ein höheres Tief vor der Dreiecksbildung).

Wenn Ihre Einstiegskriterien stehen, prüfen Sie anhand weiterer Charts, ob diese Bedingungen täglich auftreten. Schauen Sie beispielsweise, ob ein Kerzenchartmuster darauf hindeutet, dass sich der Kurs in die von Ihnen erwartete Richtung bewegt. Wenn ja, haben Sie womöglich den Ausgangspunkt für eine Strategie gefunden.